Über uns

Das Atelier Regenbogen

Was ist das Atelier Regenbogen

Kunst mit Kindern im Krankenhaus ist ein Angebot der bildenden Kunst im Rahmen der kulturellen Bildung. Es richtet sich an alle (mobile) Patienten in Kinderkliniken und deren Angehörige und ist zur Zeit an zwei Münchner Kinderkliniken verfügbar.

Ein großer Vorteil des niedrigschwelligen Angebot ist der offene Charakter, denn eine Vielzahl von Kindern und Erwachsenen fühlen sich angesprochen. Unterstützt wird dies durch den Grundsatz des Ateliers prinzipiell keine therapeutischen Ziele zu verfolgen und unabhängig von bestimmten medizinischen Indikationen zugänglich zu sein. Im Vordergrund steht eine Fokussierung auf diegesunden und individuellen Ressourcen des Patienten und eine damit einhergehende stimmungsaufhellende Wirkung. Durch das Angebot kann eine positive Konnotation des Krankenhausaufenthalts angeregt werden, da positive Strategien der Krankheitsbewältigung angeregt werden und das Selbstwertgefühls gestärkt wird. Die konkrete Erfahrung von autonomem Handeln in einer streng strukturierten Umgebung ist dabei ausschlaggebend, denn das künstlerische Handeln führt zumeist zu Stolz und Befriedigung über die eigene Leistung.

Das Konzept Regenbogen Atelier stützt sich somit auf die Zielsetzungen, die die Bundesregierung in ihrem 13. KJB ( Kinder- und Jugendbericht ) in Bezug auf die Förderung eines gesunden Aufwachsen formuliert (Vgl.: Das salutogenetische Modell von Antonowsky) und die Definition der WHO, Gesundheit ist: ein Zustand des vollständigen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlergehens und nicht nur das Fehlen von Krankheit oder Gebrechen“ 1

Das Projekt wird finanziell Unterstützt von der Aktion Regenbogen Höhenkirchen e.V., dem Referat für Gesundheit und Umwelt der Landeshauptstadt München, dem Kulturreferat des Bezirks Oberbayern und der BuntStiftung München.

Es wurde bisher dokumentiert in der Studie WOW -Kunst für Kids des Bundesverbands bildender Künstler im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung und der Publikation Balsam für die Seele der Bundesvereinigung MediArt.

Warum Kunst im Krankenhaus

Das Krankenhaus ist ein Feld, das den Patienten aus seinem natürlichen Lebensraum entzieht. Vor allem Kinder leiden unter dem Verlust der häuslichen Umgebung. Die Begegnung mit der Kunst kann helfen diesen Verlust zu akzeptieren und positive Erlebnisse in der Umgebung Krankenhaus zu erleben.

Anknüpfend an die Aussage der WHO, greift das Projekt Regenbogen Atelier an den Aspekten der Gesundheit an, wo Medikamente oft nicht mehr wirken.

Das künstlerische Schaffen und die ästhetische Wahrnehmung sind wichtig für eine Stabilisierung der seelischen Verfassung. Denn sie greifen ein Grundbedürfnis des Menschen auf- Etwas zu Erschaffen- und unterstützen somit die ganzheitliche Gesundheit und Entwicklung des Menschen.

 

Der Rahmen des Angebots

Das Projekt Regenbogen Atelier bewährt sich seit 15 Jahren und fügt sich in die Strukturen des Stationsalltags ein. Denn ein wichtiges Prinzip des Ateliers ist es die räumlichen und personellen Ressourcen der Klinik unwesentlich zu beanspruchen und somit auch die medizinischen und pflegerischen Abläufe nicht zu beeinträchtigen.

Grundsätzlich findet wöchentlich ein, 90-minütiger Termin in Tagesräumen/Spielzimmern der jeweiligen Stationen statt.Das offene Atelier richtet sich an alle Patienten und Angehörige, die sich aktiv beteiligen können. Es ist freiwillig und kostenlos für die Teilnehmer. Die entstandenen Ton-Objekte können auf Wunsch gebrannt werden.

Das Regenbogen Atelier macht sich die Notgemeinschaft, die sich in einem Krankenhaus bildet zu Nutzen und stärkt diese. Denn durch die gemeinsame bildnerische Tätigkeit werden Personen unterschiedlicher Herkunft, verschiedenem Alters, mit differenten Krankheitsbildern und unterschiedlichen Graden von Behinderung zusammengeführt. Es entsteht eine natürliche Atmosphäre, der gegenseitigen Inspiration und Unterstützung, die eine Kommunikation mit einschließt. Somit erlangt besonders der Austausch unter den Generationen eine hohe Bedeutung im Kontext der kulturellen Bildung.

Das Projekt Regenbogen Atelier dient somit als beispielhaftes Modell, die kulturellen Angebote in Kinderkliniken zu der akutmedizinischen Versorgung sinnvoll zu ergänzen.

Das Entscheidende: Das Material

Ton ist ein unerschöpfliches Material und seine Vorteile haben sich im Lauf der Jahre hervorragend bewährt. Die Besonderheit des Materials Ton ist, dass es keine hohen Ansprüche an technische Vorkenntnisse und handwerkliche Fertigkeiten stellt. Dennoch bietet es eine erstaunlich große Breite an Gestaltungsmöglichkeiten, von einfachen Formen bis hin zu hoch komplexen Strukturen.

Die Bereitschaft, sich auf das Gestalten einzulassen, scheint oftmals leichter zu gelingen als im Zweidimensionalen, wo mit zunehmendem Alter oft die eigene Kompetenz in Frage gestellt wird. Ein deutlich motivierender Aspekt des Materials wird erkennbar. Das Material Ton entspricht somit dem generationsübergreifendem Konzept des Regenbogen Ateliers.

Ziel der Atelier Regenbogen

Ziel des Regenbogen Ateliers ist es, die Lust am schöpferischen Prozess zu wecken, die fast ausnahmslos zu konkreten, nachhaltigen Ergebnissen führt (aber nicht führen muss ). Denn oftmals ist der schöpferische Prozess des Gestaltens das Ziel und nicht das Produkt.

Zentrales Anliegen ist es, dass dem Patienten eine eigenständige Entwicklung von Ideen und deren Umsetzung in die Praxis ermöglicht wird. Dieser Weg wird nach Bedarf unterstützt durch kleine technische Hilfestellungen und gestalterische Anregungen.

Das Ziel, welches durch diesen schöpferischen Prozess angebahnt wird, ist es sich einem Zustand des vollständigen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlergehens anzunähern.

Text: Elena Haas

1Verfassung der Weltgesundheitsorganisation( WHO), deutsche Übersetzung

Literaturhinweis:

WOW – Kunst für Kids: Studie des Berufsverbands Bildender Künstler und dem Bundesministerium für Wissenschaft und Bildung
Balsam für die Seele: Dokupoint Verlag Die Tür geht auf und ein Mädchen kommt herein

Eine ethnografische Untersuchung zur Bedeutung von Humor und Lachen in der akutstationären Pflege und Betreuung chronisch Kranker Kinder.                           Auszug aus der Diplomarbeit von Monika Ottendörfer an der Universität Wien. [Download]

Textbeitrag Haunerjournal (2013) [Download]

Auszug aus dem 13. Kinder und Jugendbericht der Bundesregierung  [Download]